Aktuelle Ausstellung

ELBHANG & WESTSTRAND – DRESDNER KÜNSTLER IN AHRENSHOOP

Dreiteiliges Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt zum Jubiläum »125 Jahre Künstlerkolonie Ahrenshoop« im Jahre 2017

Veranstalter ist die Kurverwaltung Ahrenshoop in Zusammenarbeit mit der Galerie Alte Schule Ahrenshoop und dem Dresdener Institut für Kulturstudien e.V.

Vernissage am 26.3.2017 um 11 Uhr im Kunstkaten

Es sprechen der Kurdirektor Roland Völcker, der Dresdner Kulturamtsleiter Manfred Wiemer, sowie die beiden Kuratoren Dr. Paul Kaiser und Robert Dämmig.

Ausstellungsdauer vom 27.3. bis 15.5.2017. Alle Häuser sind täglich geöffnet von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr.

Begleitprogramm zur Ausstellung als PDF Download

Drei Ausstellungsorte:

Galerie Alte Schule Ahrenshoop

„Ein Meer mit allen Wassern. Dresdner Künstler an der Ostsee“

In der Ausstellung »Ein Meer mit allen Wassern. Dresdner Künstler an der Ostsee« steht die Konjunktur eines Motivs der Moderne im Vordergrund. In der Galerie Alte Schule wird deutlich, dass sich
das seit Edvard Munch immer wieder erneuernde künstlerische Sehnsuchtsziel von »Meer, Strand und Himmel« in der DDR spezielle Motivcodierungen hervorbrachte. Einerseits versuchten Künstler, an die Bildsprache der lange Zeit in der DDR verfem- ten klassischen Moderne anzuknüpfen. Anderer- seits verlieh die geopolitische Topographie gerade dem Meer- und Strandbild eine subversive gesellschaftliche Konnotation.

Die Ausstellung vereint  große Namen der Dresdner Nachkriegskunstgeschichte von  Max Schwimmer über Eberhard Göschel und Peter Graf bis hin zu Stefan Plenkers und Max Uhlig.

Stefan Plenkers

Stefan Plenkers, Strandkörbe, Öl/Lw, 1973

Kunstkaten Ahrenshoop

„Edmund Kesting & Hans Kinder – zwei Dresdner in Ahrenshoop“
 Das Jubiläum »125 Jahre Künstlerkolonie in Ahrenshoop« schließt die Zeit zwischen 1949 und 1990 ein. Ahrenshoop etablierte sich in der DDR zu einem vitalen Künstlerort – neben den Aktivitäten von zugezogenen Künstlern und zyklisch wiederkehrenden »Sommergästen« wurde die ehemalige Künstlerkolonie zu einem Refugium und Aktionsraum für nonkonforme Künstler. Mit seinem Netzwerk »kleiner« Institutionen (u.a. Kunstkaten, Bunte Stube, Gra kauktionen) besaß der Ostseeort bald eine überregionale Bedeutung. Hier kam es zur exemplarischen Austragung kulturpolitischer Kon ikte und Ahrenshoop wurde ebenso zum Verhandlungspodium künstlerischer Differenzen innerhalb des ostdeutschen Kunstsystems. Diese in der DDR-Zeit gelingende Revitalisierung einer »klassischen« Künstlerkolonie, die bislang nur vereinzelt erforscht ist, verleiht Ahrenshoop ein Alleinstellungsmerkmal unter den deutschen Künstlerkolonien.

In der Ausstellung »Edmund Kesting & Hans Kinder. Zwei Dresdner in Ahrenshoop« im Kunstkaten Ahrenshoop werden die Pioniere und Wegbereiter dieses Kunsttransfers zwischen Dresden und Ahrenshoop vorge- stellt – der Maler Hans Kinder (1900–1986) sowie der Fotograf und Maler Edmund Kesting (1892–1970). Beide Künstler fanden bzw. errichteten hier im Althäger Areal am Hohen Ufer Sommerhäuser und bewohnten diese über längere Zeit, Edmund Kesting zwischen 1960 und 1970, Hans Kinder zwischen 1957 und 1986. Die Ausstellung verdeutlicht am Beispiel der beiden Dresdner Modernisten die Bedeutung Ahrenshoops als einem dezentralen aber überregional bedeutsamen Kunstortes für das avancierte Kunstschaffen abseits der of ziellen Doktrin und zeigt die Notwendigkeit des Refugiums zur Absicherung eigenständiger Kunstprogramme in den 1950er und 1960er Jahren. Der Kunstkaten zeigt v.a. vor Ort entstandene Werke, die mit Rekursen auf das Gesamtschaffen beider Protagonisten komplettiert werden.

Edmund Kesting

Edmund Kesting, „Große Darßsinfonie“, 1969; 50 x 65,5 cm; Mischtechnik auf Leinwand

Strandhalle Ahrenshoop

»Grenzgänge im Treibsand. Nonkonforme Positionen aus Dresden«

Vom Refugium zum Aktionsort – so lässt sich Ahrenshoop aus der Perspektive junger Dresdner Künstler in den 1980er Jahren verstehen. Die Ausstellung »Grenzgänge im Treibsand. Nonkonforme Positionen aus Dresden« in der Strandhalle sowie im Außenareal zeigt die Bedeutung Ahrenshoops als Ort des künstlerischen Experiments. Es ist das Jahrzehnt der großen Verabschiedungen: voller Schmerz, wenn der Riss der deutsch-deutschen Teilung nach der Ausreise von Verwandten, Freunden und Wegbegleitern durch Familien und Gemein- schaften ging; voller Hoffnung, da der ›vor- mundschaftliche Staat‹ sich unter dem Druck der Verhältnisse zu Zugeständnissen bemüßigt fühlte, die auch die Sphären der künstlerischen Produktion betrafen. Desillusionierung und Westflucht, der Rückzug in private Innerlichkeit wie der Aufbruch zu »neuen Ufern« – alles das findet sich hier.

Christine Schlegel

Christine Schlegel „Gesichte am Meer“ , 1987 , 70 X 100cm Öl /LW

Begleitprogramm zur Ausstellung

„Elbhang und Weststrand – Dresdener Künstler in Ahrenshoop“

27.03.2017  11 Uhr . Kuratorenführung durch alle drei Ausstellungsteile

14.04.2017  Tanzperformance EDMUND von Anne Retzlaff

19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr)  Vortrag von Dr. Birgit Dalbajewa (Staatliche Kunstsammlungen Dresden) Edmund Kesting und Hans Kinde  im Umkreis Dresdner Künstler.  Im Vergleich: Abstrakte und figurative Positionen der 1920er und 1960er Jahre

06.05.2017  11 Uhr – Kuratorenführung durch alle drei Ausstellungsteile

06.05.2017  Vortrag/Buchvorstellung mit Dr. Paul Kaiser (Kurator)   19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) Boheme in der DDR. Kunst und Gegenkultur im  Staatssozialismus

13.05.2017  19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) Vortrag von Dr. Paul Kaiser (Kurator)  Elbhang & Weststrand. Dresdner Künstler in Ahrenshoop

 Kuratorenführungen durch Herrn Robert Dämmig sind nach Vereinbarung möglich

 

 

Öffnungszeiten für diese Ausstellung:

Mo. – So. 10 – 13 und 14 – 17 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung