Aktuelle Ausstellung

– SCHWARZE WELLE  WEISSER DAMPFER –

Gustav Haase – Wolfgang Reinke

Malerei und Arbeiten auf Papier

 

Wolfgang Reinke

Wolfgang Reinke „Schwarze Welle“ Graphit, Pastell auf Leinwand, 70×100 cm, 2016

 

Juergen Gustav Haase

Juergen Gustav Haase, Landschaftserinnerung, 1978, 63 x 91 cm, Wasserfarben auf Büttenpapier

Schwarze Welle Weißer Dampfer

Wolfgang Reinke (*1942) und Gustav Haase (1947 – 2013)

Malerei und Zeichnung

in der Galerie Alte Schule Ahrenshoop

Noch bis zum 25.Juni 2017 zeigt die Galerie Alte Schule Ahrenshoop eine außergewöhnliche Ausstellungskonstellation mit Arbeiten der Künstlerfreunde Wolfgang Reinke und Gustav Haase.

Es ist heute gut vierzig Jahre her, dass Arbeiten beider Künstler in einer Ausstellung zu sehen waren.

Beide Künstler haben in der ersten Hälfte der siebziger Jahre Malerei in Leipzig studiert und dort auch bis 1978 in einem gemeinsamen Atelier gearbeitet.

Der fünf Jahre ältere Reinke arbeitete vor seinem Malereistudium bereits als Standfotograf für die DEFA Spielfilmstudios.

Die Wege der Künstler trennten sich Ende der siebziger Jahre erst einmal wieder.

Reinke zog es mit seiner Frau in eine Künstlerkommune nach Hirschburg an die Ostsee, Gustav Haase blieb in Leipzig.

1986 verließ Wolfgang Reinke die DDR in Richtung Westberlin,

Gustav Haase folgte ihm 1987.

Wolfgang Reinke zeigt in dieser Ausstellung einen Serie von Arbeiten naturgewaltiger Wellen, entstanden in den letzten zwei Jahren.

Diese sind in dramatischem Schwarz Weiß gehalten und von beeindruckender, bildnerischer Kraft.

Wolfgang Reinke analysiert und interpretiert die Natur in ein geistiges Inneres.

So wird die sich bäumende Welle zu einer Metapher des Lebens.

Schwarz und mystisch fällt sie wieder zurück in eine unendliche Masse sich bewegenden, fortströmenden Lebens und Vergehens.

Reinke inszeniert eine aufgeladene Dunkelheit, die fernab jedes platten Naturalismus, uns eben nicht über die naive Natursicht erreicht, sondern über eine abgründige Emotion.

Reinkes Bilder sind Traumbilder, spiegeln ein Wirken der inneren Kräfte, des Immer- Wieder-Aufstehens, des Sich-Behaupten-Wollens und Müssens.

Und es findet in den Arbeiten Reinkes durchaus auch eine Mystifizierung statt.

All dem liegt ein großer romantischer Impuls zu Grunde, der seine künstlerische Arbeit durchzieht.

Ganz gleich, ob das die frühen Leipziger Stadtlandschaften oder eben seine hervorragenden aktuellen Darstellungen des bewegten Meeres sind.

Von Gustav Haase sind Zeichnungen und Tafelbilder aus mehreren Jahrzehnten zu sehen.  Zarte filigrane Blätter aus den siebziger Jahren, hoch verdichtete Collagen und Montagen, Mischtechniken der achtziger und neunziger Jahre und in Form und Farbe detailreich gearbeitete Ölbilder aus den 2000er Jahren.

Seine frühen Zeichnungen zeigen einen Künstler von höchstem Gestaltungswillen.

Haase schaffte in dieser Zeit komplexe Strukturen und Kompositionen völlig neu.

Einiges erinnert an textile Strukturen, diese wirken lateinamerikanisch inspiriert, verbiegen Erkenntnisse der Dekonstruktion und Komposition eines Klee, eines Kandinsky, setzen aber auch in ihrer filigranen Absurdität einen Gerhard Altenbourg in den Kontext.

Was in den Anfängen schon sichtbar war und sich dann durch sein gesamtes Lebenswerk zog, war seine Art von Humor. Im Bildnerischen, wie in seinen Bildtiteln schafft er eine humorvolle Distanz.

Den Besucher erwartet eine feinsinnige, abwechslungsreiche und überraschende Schau.