Aktuelle Ausstellung

Happy Birthday LYONEL FEININGER!

Zum 150. Geburtstag

Lyonel Feininger als Lehrer, Anreger und Inspirator

Austellung vom 26.06. – 15.08.2021 / Vernissage am Freitag, 25.06.2021

Mittwoch – Sonntag 10 – 13 und 14 – 18 Uhr

 

Lyonel Feininger (1871 – 1956)

Lyonel Feininger, Kathedrale (das Manifest), Holzschnitt, 1919.

Charles Lyonel Feininger wird 1871 als ältestes von drei Kindern des Geigers Karl und der Pianistin Elizabeth Feininger in New York geboren. Mit 16 reist er nach Deutschland, um Musik zu studieren, entscheidet sich jedoch für die Malerei und beginnt an der Hamburger Gewerbeschule Zeichenunterricht zu nehmen. 1883 wird er für die Königliche Akademie der Künste Berlin zugelassen und besucht die Malklasse von Ernst Hancke. Nach einer Unterbrechung mit Besuch des jesuitischen Collége Saint Servais in Lüttich, setzt er sein Studium 1891 in der höheren Antikenklasse von Woldemar Friedrich fort und nimmt darüber hinaus Unterricht an Adolf Schlabitz‘ Kunstschule. Unzufrieden mit dem techniklastigen Unterricht verlässt Feininger im März 1892 die Akademie, verdient sich im Anschluss Geld mit Etiketten für Zigarrenkisten und Romanillustrationen, verbringt den Sommer auf Rügen (viele weitere sollten folgen) und besucht ab November die Academie Colarossi in Paris. 1893 kehrt er nach Berlin zurück, wo er als Karikaturist und Illustrator arbeitet. 1900 lernt Feininger Clara Fürst (Tochter des Malers Gustav Fürst) kennen. Die beiden heiraten ein Jahr später und bekommen zwei Töchter. 1904 verbringt Feininger wie auch die Jahre zuvor den Sommer auf Rügen. Er zeichnet unter anderem in Baabe, Middelhagen und Moritzdorf.

1905 lernt Feininger Julia Berg kennen. Sie sind Teil einer Reisegruppe um Hermann Abeking an die Ostsee und besuchen dabei unter anderem Graal, Ribnitz und wahrscheinlich auch Ahrenshoop. Feininger und Berg trennen sich von ihren jeweiligen PartnerInnen und werden ein Paar, sie blicken in zahlreichen Briefen auf den prägenden Aufenthalt an der Ostsee zurück. Auch in den kommenden Jahren führen die beiden einen regen Briefwechsel. Feininger setzt sich vermehrt mit Druckgrafiken auseinander.

1906 zieht er nach Weimar und im Juli mit Julia nach Paris. Im Dezember wird der erste gemeinsame Sohn Andreas geboren. Sie heiraten 1907, die Ehe mit Clara wird geschieden. Feininger malt sein erstes Ölgemälde. Der zweite Sohn Laurence Karl Johann wird im April 1909 geboren. Feininger wird ordentliches Mitglied der Berliner Secession. Im Juni 1910 folgt der dritte Sohn Theodore Lux. 1911 stellt Feininger im Pariser Salon des Artistes Independants aus. Franc Marc initiiert 1913 die Ausstellung einiger Gemälde Feiningers beim „Ersten Deutschen Herbstsalon“ in der Galerie Der Sturm. Nach Kriegsbeginn kehrt Feininger nach Berlin zurück, geplante Spielzeugproduktionen werden durch den Krieg verhindert. Feininger beginnt 1918 sich intensiv mit dem Holzschnitt auseinanderzusetzen. Nach Kriegsende wird er Mitglied des Arbeitsrats für Kunst und schließt sich der Novembergruppe an.

1919 beruft Walter Gropius Feininger als einen der ersten Meister ans Bauhaus. Sein Holzschnitt „Kathedrale“ ziert das Titelblatt des Bauhaus-Manifests; die erste Veröffentlichung des Bauhauses ist 1921 eine Mappe mit 12 seiner Holzschnitte. Im September besucht er Ribnitz und Ahrenshoop. 1919-25 wirkt er als Formmeister der Druckerei. Als Meister ohne Lehrverpflichtungen zieht er 1926 mit dem Bauhaus nach Dessau. 1929 beginnt Feininger seine Arbeit an der Bilderserie für die Stadt Halle (Saale).

Nach einer Durchsuchung durch die Nazis 1933 verlässt Feininger Dessau, 1935 wird seine Kunst als „entartet“ diffamiert. 1937 zieht er nach New York. Er unterrichtet Sommerkurse am Mills College, später auch am Black Mountain Collage und arbeitet an Wandgemälden für die Weltausstellung. Das Museum of Modern Art in New York zeigt 1944 eine Retroperspektive Feiningers.

Am 13. Januar 1956 stirbt Feininger in seiner Wohnung in New York.

 

Sein Kollege

Gerhard Marcks (1889 – 1981)

Bildhauer, Grafiker, Hochschulprofessor

Gerhard Marcks, Die Eule, Holzschnitt, 1921.

Ab 1907 wendet sich Marcks autodidaktisch der Bildhauerei zu. Zwischen 1908 und 1912 bildet er mit dem Bildhauer Richard Scheibe in Berlin eine Ateliergemeinschaft. Nach dem Kriegsdienst ist er für die Steingutfabriken Velten-Vordamm und die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen. 1918 wird er von Bruno Paul als Lehrer der Bildhauerklasse an die Staatliche Kunstgewerbeschule Berlin berufen. 1919 folgt er dem Ruf von Walter Gropius an das Staatliche Bauhaus in Weimar, wo er künstlerischer Leiter der Keramischen Werkstatt wird. Gemeinsam mit dem Töpfermeister Max Krehan beginnt er mit dem Aufbau einer Werkstatt in Dornburg. Während seiner Bauhauszeit entstehen zahlreiche Töpferwaren und Holzschnitte. 1924 verlässt Marcks das Bauhaus und wird Leiter der Bildhauerklasse an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Zwischen 1928 und 1933 ist er stellvertretender Direktor des Hallenser Kunstinstituts. Während der Zeit des Nationalsozialismus wird Marcks seines Postens enthoben und aus dem Hochschuldienst entlassen. 1937 wird seine Kunst für ‚entartet‘ erklärt und zahlreiche Werke beschlagnahmt. 1939 baut er sich ein eigenes Atelierhaus in Berlin auf. Nach Kriegsende nimmt er verschiedene Lehraufträge an. 1950 beendet er seine Lehrtätigkeit und lässt sich als freier Bildhauer in Köln nieder.

 

 

Seine Söhne

Andreas Feininger (1906 – 1999)

Architekt, Fotograf

Andreas Feininger, Gelmeroda, Holzschnitt, 1946.

Andreas ist der erste Sohn Lyonel Feiningers. Mit 16 Jahren beginnt er eine Ausbildung zum Kunsttischler am Bauhaus in Weimar. Nach seinem Gesellenabschluss 1925, beginnt er ein Architekturstudium an der Bauschule Weimar und später in Zerbst. Ein Jahr später siedelt er gemeinsam mit seinen Eltern und Brüdern nach Dessau um. Neben seinem Studium interessiert er sich zunehmend für Fotografie, richtet sich eine eigene Dunkelkammer ein und führt Fotoexperimente durch. 1929 schloss Andreas Feininger sein Architekturstudium ab und arbeitet in einem Architekturbüro in Dessau. 1931 wird er auf Empfehlung von Walter Gropius von Le Corbusier in dessen Pariser Architekturbüro aufgenommen. Allerdings wird ihm als Ausländer bald die Arbeitserlaubnis entzogen. In den nächsten Jahren findet er als Architekt kaum Arbeit, erhält aber Aufträge als Architekturfotograf. 1939 emigriert er mit seiner Familie in die USA. Dort ist er zunächst als freier Bildreporter tätig und schließlich als fester Mitarbeiter des „Life“-Magazins.

  

Theodore Lux Feininger (1910 – 2011)

Fotograf, Maler

Lux Feininger, Kutter im Ärmelkanal, Feder und Farbkreiden, 1929.

Der jüngste Sohn von Lyonel Feininger wuchs praktisch am Bauhaus auf. 1926 begann er sein eigenes Studium am Bauhaus Dessau, wo er den Vorkurs bei Josef Albers und den Unterricht von László Moholy-Nagy, Paul Klee und Wassily Kandinsky besuchte. Außerdem in der Bühnenwerkstatt bei Oskar Schlemmer tätig. Gegen Ende seines Studiums widmet er sich zunehmend der Fotografie und dokumentiert das Leben der Bauhäusler. Zwischen 1927 und 1931 arbeitete er als Fotoreporter der Berliner Agentur DEPHOT sowie für verschiedene Zeitschriften und Illustrierte. Ab 1930 wendet er sich vor allem der Malerei zu. 1936 emigriert er in die Vereinigten Staaten, wo er freischaffend tätig ist. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhält er verschiedene Lehraufträge für Malerei.

 

 

 

Seine Schüler

Rudolf Baschant (1897 – 1955)

Maler, Grafiker, Botaniker

Rudolf Baschant, Pflanzliches, Radierung, 1922.

Seit seiner Kindheit beschäftigte sich Rudolf Baschant intensiv mit dem Sammeln und Bestimmen von Pflanzen. Dennoch entschied er sich nicht für ein Studium der Botanik, sondern für eine Ausbildung zum Grafiker. Von 1921 bis 1924 studierte er am Bauhaus in Weimar unter Paul Klee, Wassily Kandinsky und in der Druckwerkstatt bei Lyonel Feininger. In einem Zeugnis bezeichnete Paul Klee „eine ganze Reihe seiner [Baschants] durchaus selbstständigen Radierungen als meisterhaft“. Mit Feininger stand Baschant bis zu seinem Tod in brieflicher Verbindung. Nach einer Studienreise und freier künstlerischer Tätigkeit, war er von 1927-1928 Student an der Akademie für Grafische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. 1930 absolvierte er die Meisterprüfung als Kupferdrucker und war anschließend Lehrer der Grafikklasse an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. 1933 wurden Baschants Werke von den Nationalsozialisten zu ‚entarteter Kunst‘ erklärt und mussten in der Folgezeit aus den Museen entfernt werden. Seine Lehrtätigkeit endete. In den nächsten Jahren fand der Künstler am Universitäts-Institut Halle und später in Innsbruck Beschäftigung als Botaniker und wissenschaftlicher Zeichner. Nach Kriegsende hatte Baschant seinen Wohnsitz in Oberösterreich und war als freischaffender Künstler und Botaniker tätig. Ab 1953 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Zeichner am Botanischen Garten der Stadt Linz. Sein Werk ist durch das Bauhaus beeinflusst und zeugt von großer Naturliebe. Er schuf zahlreiche kleinformatige Blumen- und Pflanzenvisionen, dämonische Phantastik, vereinzelt auch thematische Arbeiten und Aquarelle mit Landschaftseindrücken in leuchtenden Farben. 

 

Herbert Bayer (1900 – 1985)

Maler, Fotograf, Werbegrafiker, Typograf, Architekt

Herbert Bayer, Alte Stadt, Holzschnitt, 1921.

Nach seinem Studium am Bauhaus in Weimar von 1921 bis 1924, wo er den Vorkurs bei Itten und später die Werkstatt für Wandbildmalerei bei Kandinsky besuchte, wurde er 1925 von Walter Gropius als Jungmeister an das Bauhaus in Dessau berufen. Bis zu dessen Tod war Bayer eng mit seinem Mentor Gropius befreundet. In Dessau war er bis 1928 Leiter der neu gegründeten Druckerei und Reklamewerkstatt sowie Lehrer für Typographie und Werbung. Die von ihm für das Bauhaus entwickelte Werbetypografie prägte das Erscheinungsbild der Dessauer Phase und die Popularität der Hochschule für Gestaltung enorm. 1928 übernimmt er die künstlerische Leitung des Berliner Büros der Werbeagentur „Studio Dorland“. In den folgenden Jahren gestaltet er zahlreiche Ausstellungen, unter anderen die Ausstellung für den Deutschen Werkbund 1930 in Paris, gemeinsam mit Walter Gropius und László Moholy-Nagy. Für einige Ausstellungen, Messen sowie für die Olympiade in Berlin 1936 wurden Aufträge für Plakate, Broschüren oder Katalogumschläge von den Nationalsozialisten an das „Studio Dorland“ vergeben. Obwohl Bayer als Grafik-Designer anerkannt war, wurden in der Propaganda-Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 dennoch einige seiner malerischen Werke gezeigt. Ab diesem Jahr und vor allem nach der Annexion Österreichs ans Deutsche Reich im März 1938, bereitete er die Übersiedlung nach New York vor. Von 1938-46 lebt er in New York, wo er als Werbegrafiker beruflich erfolgreich war. Dann siedelt er nach Aspen um und schafft ein eigenständiges Werk als Architekt, Gestalter von großen seriellen Skulpturen sowie Landschaftsgestaltungen.

 

Johannes Driesch (1901 – 1930)

Maler, Grafiker, Keramiker

Johannes Driesch, Familie, Radierung,1923.

Zunächst absolvierte Driesch eine Steinmetzlehre und besuchte die Kunstakademie in München, bevor er ans Bauhaus in Weimar ging. Ab 1919 studiert er unter anderem bei Johannes Itten und Lyonel Feininger. 1920 begann er eine Lehre bei Töpfermeister Max Krehan und Formlehrer Gerhard Marcks. Zwei Jahre später gab er die Töpferei zugunsten der Malerei auf. 1927 wendet er sich von den Lehren des Bauhauses ab. Antike Mythologie und christliche Themen waren nun zentrale Themen seiner Gemälde. 1928 richtete sich Driesch ein Atelier in Frankfurt ein und arbeitete als freischaffender Künstler. Während eines Arbeitsaufenthalts in Erfurt starb er unerwartet an den Folgen einer Grippe. Die meisten seiner Kunstwerke wurden 1937 als „entartete Kunst“ beschlagnahmt und wahrscheinlich vernichtet, sodass heute leider kaum etwas erhalten ist.

 

Werner Gilles (1894 – 1961)

Maler

Werner Gilles, Der heilige Martin (mit Dorf Gelmeroda), Lithografie, 1922.

Werner Gilles studierte 1914 kurzzeitig an der Kunstakademie Kassel. Nach dem Kriegsdienst dann zunächst bei Walther Klemm an der Akademie in Weimar, bevor er an das neugegründete Bauhaus wechselte und Schüler von Lyonel Feininger wurde. Von 1921 bis 1922 hielt er sich erstmals in Italien auf, wohin er auch später immer wieder zurückkehren wird. Wieder am Bauhaus freundete er sich mit den Künstlern Gerhard Marcks und Oskar Schlemmer an. Ab 1924 arbeitete er als freischaffender Künstler und unternahm zahlreiche weitere Reisen in Europa. 1931 erhielt er ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom. 1933 bis 1935 verbringt er einen Ostseeaufenthalt in Born auf dem Darß, wo zahlreiche Aquarelle entstehen. 1944 wird er zum Kriegsdienst eingezogen. Ab 1945 arbeitet Gilles erfolgreich als Künstler in München und ist mit seinen Werken auf den ersten drei documenta-Ausstellungen in Kassel von 1955 bis 1964 vertreten. Häufig verbindet Gilles in seinen Werken Gestalten der antiken Götter- und Sagenwelt mit Elementen der christlichen Religion.

 

Hans Haffenrichter (1897 – 1981)

Maler, Grafiker, Bildhauer, Illustrator, Kunsterzieher

Hans Haffenrichter, Maschinenballett, Linolschnitt, 1921.

Nach der Schulzeit begann Haffenrichter zunächst eine Lehre zum Mechaniker. 1921 ging er an das Bauhaus nach Weimar. Er besuchte den Vorkurs bei Muche und hatte Unterricht bei Klee und Kandinsky. Außerdem arbeitete er in der Werkstatt für Steinbildhauerei bei Oskar Schlemmer und in der Bühnenwerkstatt von Lothar Schreyer. Ab 1927 leitete er die von Edmund Kesting gegründete Kunstschule „Der Weg“ in Berlin und wurde dann Professor an der Pädagogischen Akademie Elbling. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er aus dem Lehramt entlassen und war als freier Maler und Bildhauer in seinem Atelier in Berlin tätig. 1945 siedelte er nach Heidelberg um, wo er bis 1949 Kunsterzieher am Information-and-Education-Center der US-Armee war. Danach übernahm er die Leitung der Abteilungen Wandmalerei und Wissenschaftliche Grafik an der Werkkunstschule Wiesbaden.

 

 

Johannes Karl Herrmann (1893 – 1962)

Zeichner, Maler, Bildhauer

Johannes Karl Herrmann, o. T., farbiger Materialdruck (Holz), 1919.

Herrmann war bereits ausgebildeter Steinmetz und hatte die Bildhauerei an der Großherzoglichen Kunsthochschule in Weimar studiert, bevor er ans Bauhaus ging. Er zählte 1919 neben Karl Peter Röhl und Johannes Molzahl zu den ersten Bauhäuslern, die gemeinsam mit Walter Gropius die Avantgardeschule aufbauten. In dieser Zeit schuf er unter anderem ungegenständliche, dynamisch-expressive Gipsplastiken, die Itten vermutlich zu seiner Würfelplastik inspirierten und als Vorbild für Gropius‘ Denkmal der Märzgefallenen dienten. Außerdem entstanden farbstarke Holz- und Linolschnitte. Herrmann beteiligt sich bis 1921 an vier Ausstellungen der Sturm-Galerie in Berlin. In seinen Holzschnittfolgen aus dem gleichen Jahr verarbeitet er konstruktivistische und De-Stijl-Einflüsse. Mitte der zwanziger Jahre gab er die abstrakten Experimente auf. Auf wiederholten Ägyptenreisen und in seiner Zeit nach 1934 in Arnshaugk schuf er farbintensive Landschaftsaquarelle.

  

Ludwig Hirschfeld-Mack (1893 – 1965)

Grafiker, Maler, Pädagoge

Hirschfeld-Mack, o. T., Farblithografie, 1923.

Nach einer Handwerkslehre im väterlichen Lederwarenbetrieb, begann Hirschfeld-Mack ab 1912 seine künstlerische Ausbildung. Zunächst in München, nach dem Kriegsdienst ab 1919 am Bauhaus in Weimar. Er besuchte zunächst den Vorkurs bei Johannes Itten und wurde dann Lehrling für Kunstdruck bei Lyonel Feininger. Hirschfeld-Mack spezialisierte sich auf Kupferdruck und Steindruck. Bereits 1920 legte er seine Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer Weimar ab. Außerhalb des offiziellen Bauhauslehrplanes organisierte er 1922-1923 ein Farbenseminar. Bedeutende Zeugnisse dieser Lehrtätigkeit sind der von ihm entwickelte Farbkreisel und die „pädagogische Puppenstube“. 1923 entwickelte er gemeinsam mit Kurt Schwerdtfeger die Idee der „reflektorischen Farbenlichtspiele“. 1925 war seine Ausbildung beendet und er wurde Etatgeselle in der Druckereiwerkstatt. Nach der Schließung des Weimarer Bauhauses arbeitete er zunächst als Kunsterzieher und unterrichtete Farben- und Formenlehre an der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst in Weimar. Zwischen 1930 und 1935 nahm er Lehraufträge an unterschiedlichen Hochschulen an. 1936 ging er nach England und war bis 1940 als Kunsterzieher tätig, bevor er als „Enemy Alien“ nach Australien deportiert wurde. 1942 nahm er die australische Staatsbürgerschaft an und war bis zu seiner Emeritierung wieder als Lehrer tätig.

 

Wilhelm Löber (1903 – 1981)

Bildhauer, Keramiker

Wilhelm Löber, Die zwei Töpfermeister (Dornburg), Holzschnitt, 1921.

Von 1921 bis 1922 studiert Löber an der Akademie für Bildende Künste Berlin. Am Bauhaus in Weimar ist er von 1923 bis 1925 und lernt dort unter anderem bei László Moholy-Nagy und in der Keramikwerkstatt bei Max Krehan und Gerhard Marcks. In den Jahren seiner Ausbildung in der Keramikwerkstatt fertigte er die Holzschnitt-Serie „Dornburger Straßen – und Familienbilder“. Motive waren unter anderem verschiedene Szenen aus der Keramikherstellung. Ab 1925 setzt er seine Ausbildung der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) und an den Vereinigten Staatsschulen fort, bevor er 1929 Meisterschüler bei Gerhard Marcks in der Bildhauerwerkstatt der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle wird. Danach ist er als freischaffender Bildhauer und Keramiker tätig. Nach dem Kriegsdienst ist er von 1945 bis 1952 Dozent an der Staatlichen Schnitzschule in Empfertshausen. 1956 gründet er zusammen mit dem Maler Arnold Klünder und seiner Ehefrau Frida die „Fischlandkeramik“.  Bis 1966 ist er freiberuflich in Ahrenshoop tätig, dann lässt er sich auf Rügen nieder.

 

Karl Peter Röhl (1890 – 1975)

Maler, Grafiker, Designer

Karl Peter Röhl, Kosmische Vision, Holzschnitt, 1919.

Röhl gehört 1919 zu den ersten Studenten des neugegründeten Bauhauses in Weimar. Zuvor hatte er bereits eine Malerlehre abgeschlossen und zwischen 1907 und 1911 an den Kunstgewerbeschulen in Kiel und Berlin, sowie von 1912 bis 1914 an der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar, studiert. Am Bauhaus ist er unter anderem Schüler bei Johannes Itten. 1919 gestaltet er das erste Bauhaus-Signet „Sternenmännchen“. 1922 fand in seinem Atelier der Weimarer Kurs des De-Stijl-Mitbegründers Theo van Doesburg statt, der zur Neuorientierung des Bauhauses beitrug. Im selben Jahr nahm er am Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten in Weimar teil. Nach seiner Bauhauszeit war er von 1923 bis 1926 Meisterschüler an der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst Weimar bei Walther Klemm. Danach leitet er bis 1942 die Vorklasse an der Städelschule in Frankfurt am Main. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft ist er ab 1946 als freischaffender Künstler in Kiel tätig.

 

Wilhelm Wagenfeld (1900 – 1990)

Silberschmied, Ziseleur, Industriedesigner

Wilhelm Wagenfeld, Maurer, Radierung, 1923.

Der ausgebildete Zeichner und Silberschmied Wagenfeld beginnt sein Studium am Bauhaus in Weimar 1923. Dort ist er unter anderem Schüler bei Josef Albers, László Moholy-Nagy, Paul Klee und Wassily Kandinsky. In dieser Zeit entwirft er seine berühmte Bauhaus-Leuchte. Nach der Auflösung des Weimarer Bauhauses 1925 arbeitet als Assistent in der Metallwerkstatt unter Richard Winkelmayer an der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst in Weimar. 1928 wird er Leiter der dortigen Metallwerkstätten. 1930 muss er die Hochschule auf Drängen der NSDAP verlassen und ist freiberuflich tätig. Von 1935 bis 1947 wird er künstlerischer Leiter der Vereinigten Lausitzer Glaswerke in Weißwasser. Bei der Pariser Weltausstellung 1937 wird sein ausgestelltes Werk mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft erhält er zahlreiche Berufungen an Hochschulen, unter anderem an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1954 gründet er die Versuchs- und Entwicklungswerkstatt für Industriemodelle in Stuttgart, wo verschiedenste Entwürfe für Industrieunternehmen entstehen.

 

Ausgestellt sind außerdem Werke folgender Bauhausschüler:

Alfred Arndt

Ise Bienert-Seidler

Paul Citroen

Harry Exner

Franz Frahm-Hessler

Carl Grossberg

Reinhard Hilker

Hans Hoffmann

Erich Krantz

Kurt Löwengard

Farkas Molnar

Max Peiffer-Watenphul

Rudolf Riege

Fritz Schleifer

Kurt Schmidt

Kurt Schwerdtfeger

Gertrud Seligmann