Heinz Felsch › Biographie

Heinz Felsch

Heinz Felsch

Heinz Felsch (geboren am 14. Juli 1922 in Weißenfels, gestorben am 14. März 2016 in Halle an der Saale) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Neben einem umfangreichen Œuvre von Bildern in Öl sowie Mischtechnik produzierte er auch als gelernter Lithograph eine Vielzahl von Lithographien in der eigenen Druckwerkstatt. Die Themen seiner Bilder und Grafiken sind vorrangig Landschaften und Stillleben, aber auch Porträts und Personen.

Nach Schulabschluss nahm er eine kaufmännische Lehre auf, die bei Beginn des Zweiten Weltkrieges abgebrochen wurde. Heinz Felsch wurde als 17-jähriger für den Krieg eingezogen und als Fahrer in Frankreich eingesetzt. Später sollte er nach Afrika geschickt werden, wurde dann aber stattdessen nach Russland zur Luftwaffe beordert, wo er bei Aufklärungsflügen eingesetzt wurde. Bei einem Angriff erlitt er ein Schädel-Hirn-Trauma durch Schrapnell-Einschuss. Bis Kriegsende wurde er daraufhin in Dänemark in einem Lazarett behandelt. Dort begann er auch zu zeichnen. 

Gleich nach Ende des Krieges begann er eine Lehre als Lithograph und studierte ab 1946 an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale bei Professor Charles Crodel.

Heinz Felsch gehörte an der Kunstschule Burg Giebichenstein zu einer Gruppe von Malern, deren Werke als „Hallesche Schule“ bezeichnet werden, eine Strömung der modernen Malerei der 1940er bis 1950er Jahre, die unter dem Einfluss der beiden Kunst-Professoren Charles Crodel und Erwin Hahs entstand. Der Begriff „Hallesche Schule“ beschreibt eine bestimmte regionale Auffassung, die Klassische Moderne fortzuführen und weiterzuentwickeln.

Eine anhaltende Künstler- und Männerfreundschaft verband Heinz Felsch mit dem Maler Albert Ebert bis zu dessen Tod im Jahre 1976. Sie begegneten sich während des Studiums und hatten in dieser Zeit ein gemeinsames Zimmer in der Pauline, einem Nebengebäude der Kunstschule Burg Giebichenstein. Die physische und geistige Nähe Eberts ist in vielen Bildern mit Alltagsmotiven bei Heinz Felsch zu spüren.

Als Charles Crodel 1951 zum Professor an die Münchner Akademie der Bildenden Künste berufen wurde, wollte er Heinz Felsch als künstlerischen Assistenten und Lithographen mitnehmen. Heinz Felsch entschied sich aber aus familiären Gründen, in Halle zu bleiben. 

1949 heiratete er die Maler-Kommilitonin Brigitte Reiff, auch eine Crodel-Schülerin, einen Sohn und zwei Töchter bekam das Paar.

Die beiden Künstler verbrachten die Sommermonate der späten vierziger und fünfziger Jahren regelmäßig in Ahrenshoop am Darß. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Bilder und Grafiken, inspiriert von der widersprüchlichen rauhen und zugleich lieblichen Landschaft zwischen Ostsee und Bodden. 

Ab Mitte der sechziger bis Ende der siebziger Jahre arbeitete Heinz Felsch mit Unterstützung seiner Frau Brigitte Felsch-Reiff an größeren Auftragsarbeiten (Kunst am Bau). Es entstanden Mosaike und Wandbilder für öffentliche Bauten, vorrangig Schulen und Krankenhäuser in Halle und Umgebung. 

Für die Poliklinik Reil in Halle/Saale schufen sie drei große Mosaikfriese, wovon zwei noch erhalten und zu sehen sind. Ein weiterer 17 Meter breiter Mosaikfries existiert noch in einer Schule in Braunsbedra im Saalkreis Halle.[1]

Als die staatlichen Aufträge Ende der siebziger Jahre ausblieben, und die künstlerische Tätigkeit für den Lebensunterhalt nicht mehr ausreichte, verbesserte das Ehepaar seine finanzielle Situation durch Keramikschmuck, kleine Medaillons und anderer Kleinkeramik, die sie in eigener Werkstatt herstellten und verkauften.

Heinz Felsch malte immer weiter, noch weit über die 90 hinaus. Akribisch präparierte er auch die Rahmen seiner Bilder mit altmeisterlichen Blattsilber Auflagen.

1951 wurde Heinz Felsch Mitglied in den Landesverbandes Bildender Künstler Sachsen-Anhalt aufgenommen, ab 1952 war er dann Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR.