Home

Aktuelle Ausstellung

MAX UHLIG (*1937) – PORTRAIT UND LANDSCHAFT PART II

Malerei / Zeichnung

Ausstellung verlängert bis zum 05.12.2021

Öffnungszeiten ab 01.11.2021 nur nach Voranmeldung
Tel.: 038220 66330

Max Uhlig

Max Uhlig, La Vigne, 1997, 56 x 68 cm, Paint-Stik, Pastell u. Deckweiß auf Nepalbütten

MAX UHLIG – Ein Leben für die Kunst

Ende der sechziger Jahre, als sich Max Uhlig, nach seiner Tätigkeit als Druckgraphiker, wieder der Malerei zuwendet, wird die Landschaft Mecklenburgs zu einem der wichtigsten Inspirationsorte für ihn.

Die Weite des Himmels, das noch zu findende Einsame, fast Unberührte der Natur und natürlich die Verbindung der Landschaft mit dem Wasser, geben ihm dafür wesentliche künstlerische Impulse.

In dieser Landschaft kann Max Uhlig eine vollkommen eigenständige und bis heute lebendige Bildsprache entwickeln.

Max Uhlig

Max Uhlig, Kopf J., Öl auf Leinwand, 98,5 x 87 cm, 2009.

Uhlig wird zum Regisseur und Dramaturg einer bildnerischen Landschaft, die den Geist des Naturnahen, des Romantischen genauso bindet wie den Geist der Abstraktion, der möglichen Loslösung vom eigentlichen Gegenstand.

Nicht das Wiedererkennbare der Landschaft steht im Mittelpunkt des künstlerischen Prozesses, vielmehr ist es die Annäherung an Stimmungen im Moment des Betrachtens.

Und das intensive Betrachten der Landschaft spielt im Vorfeld der eigentlichen malerischen Interaktion eine ganz wesentliche Rolle. Bevor Max Uhlig zu arbeiten beginnt, verinnerlicht er das Sichtbare fast bis zur Verfremdung. So können seine Bilder nicht im Atelier entstehen, sondern bedingen die direkte Anschauung und bedingen auch die das Sichtbare begleitende Atmosphäre aus Luft, Gerüchen, Temperatur, Witterung und Geräuschen.

Auch hier findet sich der Rückverweis auf die spätromantische Tradition der Plein-Air-Malerei des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts.

Aber nicht die verklärende Flucht aus dem industriell Urbanen ist der Antrieb.

Es ist die Suche nach einer zeitgemäßen Übersetzung des Gesehenen und Empfundenen, nach einer universellen Bildsprache im Angesicht von Ursprünglichkeit.

So sieht man Max Uhlig in den siebziger Jahren bepackt mit Malutensilien und teils riesigen Leinwänden zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs durch Mecklenburg über sandige Wege, steinige Hügel und Strände auf der Suche nach seinen Motiven.

Er begreift sich als Medium zwischen dem Außen und dem zu findenden Abbild.

Fast wie ein Derwisch verwebt er seine organischen Lineaturen unter dem Sound stimmlich-spontaner Laute zu Geflechten.

Es ist verblüffend und faszinierend, welche Energien der Künstler aus seinen Naturbetrachtungen zieht.

Welche Kraft er sieht, empfindet und vor allem, wie sie auf ihn als Künstler überspringt.

Nicht das Ruhige, Abgeschiedene, Flüchtende der gesehenen Landschaft ist es, was sich dann auf seinen Bildern wiederfindet, vielmehr ist es eine herausfordernde und konfrontierende Lebendigkeit und Wildheit, unter der eine subtil-sensible Feingliedrigkeit sichtbar ist.

Man muss sich durch jene Geflechte arbeiten, muss jede Linie, jede Farbe wie einen Gedanken aufnehmen. Muss das Schwarz anheben, um darunter zu sehen, um das Werden und Vergehen auch im kleinsten Aquarell zu erspüren.

Max Uhlig

Max Uhlig, Faucon (2), Öl auf Leinwand, 50 x 160 cm, Okt. 2009

Und immer wieder ist da, und dies trifft Uhlig mit äußerster Präzision, auch der Atem, das Typische der gerade porträtierten Landschaft.

Das, was wir an einer Landschaft erinnern, ist die Stimmung, ist unsere Stimmung in ihr, ist unsere innere Verfasstheit im Spiegel der Landschaft.

Selten sind es Details von Büschen, Bäumen, Stränden, Steinen.

Diese Details werden im Laufe der Jahre, in Anbetracht der sich immer mehr und wieder überlagernden Ansichten landschaftlicher Konstellationen austauschbar,

aber eben nicht jenes von uns direkt und unmittelbar-subjektiv Erlebte.

Dies bleibt. Im Idealfall ein Leben lang.

Und auf dieser Suche ist der Dresdner Maler Max Uhlig.

Diese Suche ist sein Weg. Ganz gleich in welcher Landschaft er steht, sei es eine sächsische, eine mecklenburgische oder eine französische, sie bleibt für ihn der Spiegel des eigenen Ichs.

Das Max Uhlig es ebenfalls vermag, sich dem menschlichen Portrait auf ähnliche Art und Weise zu nähern, zeigt einmal mehr die Kraft, Vitalität und Leidenschaft eines dem Leben zugewandten einzigartigen Künstlers.

Robert Dämmig

Max Uhlig

Max Uhlig, Kleines nächtliches Bildnis K., Öl auf Leinwand, 105 x 65 cm, 2003/04.

Max Uhlig ist unter anderen in folgenden Museen und Institutionen vertreten:

– Neue Nationalgalerie, Berlin
– Staatliche Kunstsammlungen Dresden
– Kunsthalle Hamburg
– Sprengel Museum Hannover
– Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
– British Museum, London
– Tate Gallery, London
– Kunstmuseum Basel
– Albertina, Wien
– Metropolitan Museum of Art, New York