Die kopflose Welt des Ruprecht von Kaufmann

Ruprecht von Kaufmann-Eröffnung in der Galerie Thomas Fuchs

Die kopflose Welt des Ruprecht von Kaufmann

Von Nikolai B. Forstbauer 

Aufrecht sitzt der Offizier auf dem Pferd – doch kopflos. Was hat es mit der Bildwelt des Malers Ruprecht von Kaufmann auf sich? „Stuttgarter Nachrichten“-Autor Nikolai B. Forstbauer meint: viel.

Stuttgart – Der Stuttgarter Galerist Thomas Fuchs könnte sich zurücklehnen. Was für ein Jahr schließlich, dieses 2017! Gekrönt durch eine (bis April laufende) Patrick-Angus-Schau im Kunstmuseum Stuttgart, die sich zuvorderst dem Engagement der Galerie für die Wiederentdeckung von Angus verdankt.

Eröffnung am 12. Januar um 19 Uhr

Nun aber ist 2018, und Fuchs forciert die Offensive. An diesem Freitag um 19 Uhr ist Eröffnung. Kopflos geht es zu in den Bildern des sich selbst als „Berliner“ charakteri­sierenden Malers Ruprecht von Kaufmann. 1974 in München geboren, lebt von Kaufmann, der in Los Angeles studierte, seit 2003 an der Spree. Kopflos? Manch hochmögender Herrenreiter löst sich hier buchstäblich in Rauch auf – eine Resterampe bieten Bilder wie „Radetzky Marsch“ aber keineswegs.

Ironie schafft Distanz

Im Gegenteil kommt die Frage, was uns denn eigentlich ausmacht, ungemein frisch daher. Die Ironie schafft Distanz, aus der man sich Werken wie dem bestürzend selbstverständlich das Unten markierende „Drei Sitzende“ neu nähern kann. In seinen Porträts scheint sich Ruprecht von Kaufmann fast zu erholen – da folgt man ihm gern. Und damit dieser ersten Einzelausstellung des Malers in der Galerie Thomas Fuchs.

aus: Stuttgarter Nachrichten