
Die Liebfrauenkirche in Mecheln in der Provinz Antwerpen in Belgien birgt seit 1619 das Triptychon „Der wundersame Fischzug“ von Peter Paul Rubens, gemalt im Auftrag der Mechelner Fischhändler.
Moritz Götze wurde von der Kirchgemeinde eingeladen, Rubens‘ „Wundersamen Fischzug“ aus zeitgenössischer Perspektive zu interpretieren. Am 30. November 2025 wurde sein Wandelaltar, ausgeführt in Emailmalerei, bestehend aus zehn Tafeln, Vis-à-vis zu Rubens‘ Gemälde eingeweiht.
Götze folgt der Komposition des großen Kollegen und überformt sie. Die Jesusfigur stellt er nackt dar, eine Anspielung auf Jesus als neuen Adam. Unter den Fischern ist nun auch eine Frau. Im geschlossenen Zustand bildet der Altar ein Quadriptychon. Adam und Eva flankieren einen Strand, der mit allerlei zivilisatorischen Artefakten übersät ist. Die Rückseite des Altars bildet auf drei Tafeln eine Unterwasserszenerie ab.
Götze ist in der Sakralkunst kein Unbekannter. Seine Emaillen in Bernburgs Schloßkirche St. Aegidien gelten als bedeutendste deutsche Sakralraumgestaltung des 21. Jahrhunderts.
Moritz Götzes warmherzige und wache Werke beschenken ihre Betrachter mit einer einzigartigen Aura. Götze malt, emailliert, mosaiziert, druckt in vielen Techniken, fertigt Skulpturen und Installationen. Seine Arbeiten schmücken öffentliche und private Räume in aller Welt. Über seine Kunst hinaus ist er als Verleger, Historiker, Gestalter und Kurator tätig.
